Georg LandauGeorg Landau - Wegbereiter und Bewahrer


Georg LandauGeorg Landau (1807-1865), war und ist bis heute für die Geschichte in Nord- und Mittelhessen von unschätzbarer Bedeutung.

Landau, 1) Georg, hess. Geschichtschreiber, geb. 20. Okt. 1807 zu Kassel, ward 1835 zum Archivar am kurhessischen Staatsarchiv daselbst ernannt und starb 15. Febr. 1865 in Kassel. Er machte sich durch folgende Werke bekannt: "Die hessischen Ritterburgen und ihre Besitzer" (Kassel 1832-40, 4 Bde.); "Die Rittergesellschaften in Hessen" (das. 1840); "Beschreibung des Kurfürstentums Hessen" (das. 1842); "Beiträge zur Geschichte der Jagd und Falknerei in Deutschland" (das. 1849); "Beschreibung der wüsten Ortschaften in Hessen" (das. 1848-58, 4 Hefte); "Die Territorien in Bezug auf ihre Bildung und ihre Entwickelung" (Gotha 1854); "Beschreibung des Gaues Wettereiba" (Kassel 1855) und "des Hessengaues" (das. 1857); "Das Salgut" (das. 1862).1

Als Sohn aus einem einfachen Handwerkerhaushalt (sein Vater war Schuhmacher), war Georg Landau die Möglichkeit einer hochwertigen Privatbildung oder gar eines Studiums verwehrt. Er besuchte die Bürgerschule und hatte, da der Vater - und damit Versorger der Familie - starb als Georg etwa 16 Jahre alt war, die Aufgabe, mit für die Familie zu sorgen.

/landau-geschichte-der-glashuetten.jpgAls Archivar und Historiker war er eines der Gründungsmitglieder des Vereins für hessische Geschichte und Landeskunde. Von ihm stammen einige Artikel und Aufsätze, die zu den Grundwerken der Glasmacherforschung Hessens geworden sind. Sein großes Interesse und seine offensichtliche Hartnäckigkeit in der Forschung nach historischen Unterlagen und deren erfolgreicher Auswertung trug dazu bei, dass er durch seine ersten Veröffentlichungen den beiden Brüdern Grimm auffiel,  die zu der Zeit in Kassel arbeiteten.

Obwohl er nie studiert hatte, wurde er zum Archivrat und schließlich Direktionsmitglied in Hessen-Kassel ernannt.

Medaille G. LandauSeit etwas mehr als zehn Jahren gibt es den Georg-Landau-Preis, mit dem der Verein für hessische Geschichte und Landeskunde hervorragende Leistungen auf dem Gebiet der hessischen Landesgeschichte ehrt - und damit auch den Mann ehrt, nach dem dieser Preis benannt ist.

Heute haben sich Teile seiner Forschungsergebnisse überholt, gerade im Hinblick auf die Geschichte der Glasmacher(ei) in Hessen sind sie weiterhin Standardwerke, und lohnt es sich immens, sich mit ihnen auseinander zu setzen.

"Lange Zeit hindurch scheint Italien das einzige europäische
Land gewesen zu seyn, welches Glashütten besaß; vor allen
aber waren die venetianischen berühmt, welche sich auf der
Insel Murano befanden. Von Italien wurde die Kunst der
Glasbereitung nach Böhmen verpflanzt, von wo sie dann sich
weiter über die deutschen Länder verbreitete. Wann sie zuerst
nach Hessen gekommen, ist unbekannt; die ersten Hütten fin-
det man bei uns nicht vor dem fünfzehnten Jahrhundert".
2


Neben dem Werk "Geschichte der Glashütten in Hessen" finden sich auch in dem Buch "Beschreibung des Kurfürstenthums Hessen" Erwähnungen zu geschichtlichen Hintergründen einiger Glashütten, die in direkter Beziehung zu "meinen" Beckers stehen, so zum Beispiel jene Altmündener Hütte,


"Weiter an der Weser hinauf [Anm.: Von Vaake aus kommend] gelangt man zu einem
schmalen Streifen hannoverischen Bodens, mit dem schon 970 gestifteten ehemaligen
Kloster Hilwartshausen, und mehr südlich zu dem dicht an der Gränze
unter dem Rattberge liegenden hess. Staatspachtgute Glashütte, an dessen
Stelle ehedem ein Dorf Altmünden stand. Die Glashütte, von welcher
der jetzige Name herrührt, war zuerst 1699 bei Wilhelmshausen errichtet,
dann 1711 in das Delkethal, zwischen Gieselwerder und Gottestreu,
und endlich ums I. 1725 hierher verlegt worden. Sie lieferte feines
Kristallglas und wurde erst 1818 niedergelegt."3

 

Aus diesem Altmünden, damals (..) noch in Bezug zur "vitriaria" (Glashütte) genannt, stammte Anna Angela Iselhorst, meine 6. Urgroßmutter. Heute ist Altmünden ein Stadtteil der Kernststadt von Hannoversch-Münden.


Weiterführende Literatur:

* Allgemeine Deutsche Biographie, Historische Commission bei der königl. Akademie der Wissenschaften, Verlag: Duncker & Humblot [1875–1912]

Quellen:

Die Abbildungen von Georg Landau und die Abbildung der G. Landau-Medaille stammen von den Seiten des Vereins für hessische Geschichte und Landeskunde e.V. Kassel (=> hier) (Link öffnet sich in einem neuen Fenster, Sie verlassen die Seite von Bettina-meister.de)

1 Meyers Konversationslexikon, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, [1885-1892]

2 Landau, G. - "Geschichte der Glashütten in Hessen", siehe Literaturtipps

3 Landau, G. - "Beschreibung des Kurfürstenthums Hessen", siehe Literaturtipps